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Stromnetzsicherheit:Fragen & Antworten

Hintergrund der FAQs
Die folgenden FAQs geben eine sachliche Einordnung zur Stromversorgungssicherheit – vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse und häufig gestellter Fragen.
(Quelle: Thüga AG)

Sehr sicher. Deutschland zählt seit Jahren zu den zuverlässigsten Stromversorgungssystemen weltweit. Im Schnitt fällt der Strom lt. Auswertung der Bundesnetzagentur nur rund 13 Minuten pro Kunde und Jahr aus – ein internationaler Spitzenwert. Im globalen Vergleich liegen nur Japan und Südkorea minimal davor. Deutschland belegt Platz 3.

Auch vor Ort profitieren Kundinnen und Kunden von dieser Stabilität. Die regionalen Netze sind technisch auf hohem Niveau, Teil des deutschen Verbundsystems und werden kontinuierlich modernisiert.

Die hohe Sicherheit beruht auf mehreren Faktoren:

Redundante Netzstruktur (n-1-Prinzip)
Jede zentrale Komponente ist abgesichert. Fällt zum Beispiel ein Transformator in einer Umspannanlage oder eine Stromleitung aus, übernimmt eine alternative Verbindung.

Hoher Anteil an Erdverkabelung
Rund 80 % der Versorgungsleitungen sind erdverlegt. Das macht Netze robuster gegen Wetterereignisse und schwerer angreifbar.

Moderne Technik und hohe Investitionen
Netzbetreiber investieren jährlich Milliarden in Erneuerung, Digitalisierung und Ausbau. Störungen werden oft erkannt und abgefangen, bevor sie zu Ausfällen führen.

Europäische Vernetzung
Deutschland ist eng mit den Netzen der Nachbarländer verbunden. Lastschwankungen lassen sich grenzüberschreitend ausgleichen.

Eine absolute Sicherheit gibt es nicht. Auch sehr hohe Schutzstandards lassen sich mit erheblichem kriminellem Aufwand überwinden.

Das deutsche Stromnetz ist 1,9 Millionen Kilometer lang. Eine vollständige physische Sicherung ist nicht möglich. Wer mehrere redundante Strukturen gleichzeitig beschädigt, kann lokal auch längere Ausfälle verursachen. Zudem sind in Deutschland viele Informationen zur Netzinfrastruktur öffentlich zugänglich. Das schafft Transparenz, erhöht aber zugleich die Angriffsfläche und stellt besondere Anforderungen an den Schutz kritischer Netzpunkte.

In Berlin kamen mehrere Faktoren zusammen, die die Wiederherstellung erschwert haben – darunter winterliche Temperaturen und ein hoher baulicher Aufwand. Bestimmte Arbeiten an Stromkabeln sind bei starker Kälte nur eingeschränkt möglich und erfordern besondere Vorbereitung. Umso bemerkenswerter ist, dass es den beteiligten Netzexperten gelungen ist, in kurzer Zeit eine stabile provisorische Versorgung aufzubauen.

Grundsätzlich gilt: Großstädte haben hochkomplexe Netze mit hoher Lastdichte. Redundanzen liegen räumlich oft eng beieinander. Je nach Struktur und Schadensbild kann die Wiederherstellung aufwändig sein.

Netze in kleineren oder mittelgroßen Städten sind anders aufgebaut, weniger komplex und Teil stabiler regionaler Verbünde. Störungen lassen sich dort in der Regel schneller beheben.

Das ist eher unwahrscheinlich. Deutschland verfügt über ausgeprägte Redundanzen, starke internationale Verbindungen und einen hohen Erdverkabelungsanteil. Diese Kombination reduziert das Risiko großflächiger wetterbedingter Ausfälle deutlich. Aber auch hier gilt: 100 % Sicherheit gibt es nicht.

Die regionalen Netzbetreiber erfüllen alle gesetzlichen Vorgaben und sind systematisch vorbereitet. Dazu gehören:
– Notfall- und Wiederanlaufpläne für verschiedene Szenarien
– Regelmäßige Schulungen und Übungen
– Enge Abstimmung mit Behörden, Einsatzkräften und Netzpartnern

Kritische Infrastrukturen haben Priorität, darunter:
– Krankenhäuser
– Pflege- und Sozialeinrichtungen
– Trinkwasserversorgung
– Telekommunikation

Ziel ist eine schnelle Wiederherstellung und der bevorzugte Schutz besonders sensibler Einrichtungen.

Die Ausfallsicherheit wird kontinuierlich erhöht durch:
– Erneuerung von Leitungen und Netzstationen
– Weiteren Ausbau der Erdverkabelung
– Einsatz moderner Leit- und Überwachungstechnik
– Regelmäßige Netz- und Risikoanalysen
– Hohe, dauerhafte Investitionen

Netzsicherheit ist kein Projekt, sondern ein laufender Prozess.

Längere Stromausfälle sind sehr unwahrscheinlich, eine Grundvorsorge ist dennoch sinnvoll. Empfohlen wird:
– Taschenlampen (LED), batteriebetriebenes oder solares Radio
– Geladene Mobiltelefone, Powerbank
– Etwas Bargeld
– Trinkwasser und haltbare Lebensmittel für mehrere Tage
– Warme Kleidung und Decken (im Winter)
– Kenntnis regionaler Notfalltreffpunkte

Weitere Hinweise enthält die Broschüre Stromausfall – Vorsorge und Selbsthilfe des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.